Ein Projekt von

Naturerlebnisorte in der Metropole Ruhr

Ort

Halde Lothringen

Bochum

Pflanzen aus aller Welt haben auf dem angeschütteten Bergematerial der ehemaligen Zeche Lothringen in Bochum einen neuen Lebensraum gefunden. Sogar am extrem steilen Südhang der Halde, der sich bei Sonne stark aufheizt, wurzeln einige Überlebenskünstler.

Halde Lothringen. Foto: RVR/Diermann
Foto: RVR/Diermann

Die Halde Lothringen fällt durch ihren vergleichsweise kargen Pflanzenbewuchs auf, obwohl die Zeche schon 1967 stillgelegt wurden. Die steilen, hohen Böschungen der Haldenflächen sind sehr lebensfeindlich und bieten schlechte Wuchsbedingungen. Besonders die Südseite der Halde, wo die Sonne die Schiefersteillagen extrem aufheizt und der Boden am kärgsten ist, lässt nur Überlebenskünstler wie die Birke oder das aus Südafrika stammende Schmalblättrige Greiskraut aufkommen. 

Besonders trockene Südwand

Das Bergematerial auf der steilen Haldenoberfläche ist in ständiger Bewegung, so dass kaum ein Samenkorn liegen bleiben und keimen kann. Da nur wenig Wasser versickert, ist die Südwand auch noch besonders trocken, so dass nicht einmal Moos längere Zeit hier wachsen kann. Die wenigen Bäume, die es doch geschafft haben, müssen ihr Wurzelwerk weit ausbreiten, um sicheren Halt zu finden. Oft bilden sie dabei skurrile Wuchsformen.

Geringe Humusauflage

Auf dem flachen Haldenplateau sind die Verhältnisse etwas gemäßigter. Die offenen Flächen mit kargen, steinigen Böden aus Bergematerial besitzen zwar nur eine geringe Humusauflage und wenig Nährstoffe, werden aber von verschiedenen Spezialisten wie Nachtkerzen, Johanniskraut und Schmalblättrigem Greiskraut besiedelt. Am naturnah entwickelten Gerther Mühlenbach, der unterhalb der Halde fließt, entdeckt man des öfteren Libellen.

Mauersegler und Mäusebussard

Auf den zum Teil mit Lehmboden abgedeckten Flächen der Halde wachsen Bäume und Sträucher wie Birken, Eichen, Weiden oder Schwarzer Holunder. Entlang der Haldenpromenade wurden mehrere Exemplare der Gemeinen Mehlbeere angepflanzt. Ihre orange bis korallenrot gefärbten Früchte reifen im Oktober. In den Sommermonaten kann man zahlreiche Mauersegler mit ihren schrillen Rufen über der Halde beobachten. Häufiger Gast in der Umgebung der Halde ist der Mäusebussard.

Teil der Route Industriekultur

Über den Haldenkopf führt ein 200 Meter langer promenadenähnlicher Weg.

Die Halde Lothringen ist auch Teil der Route Industriekultur, die als Rundkurs zu den Zeugen der Industriegeschichte durch die Metropole Ruhr führt. Träger der Route ist der Regionalverband Ruhr.

Höhe: 136 m ü.NN und ca. 9 m ab Straßenniveau
Größe: 6 ha
Eigentümer: Stadt Bochum
Anfahrt:
Bahnhof: 2,6 km bis Castrop-Rauxel Merklinde
Haltestelle: 1,2 km bis "Schürbankstraße", Bochum 

Bild: Die steilen Wände der Halde Lothringen mit kargem Bewuchs. Foto: RVR/Brosch

Lage in der
Metropole Ruhr

Kontakt & Info

An der Halde 15
44805 Bochum

Weitere Informationen

Die Route Industriekultur ist ein Rundkurs durch die Metropole Ruhr und führt zu den Zeugen der industriegeschichtlichen Vergangenheit der Region. Träger der Route ist der Regionalverband Ruhr. ...mehr

 

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