Ein Projekt von

Naturerlebnisorte in der Metropole Ruhr

Ort

Schlosspark Herten

Herten

Im Herzen der Stadt Herten, direkt neben der Innenstadt, liegt das Schloss Herten mit dem dazu gehörigen Schlosspark. In der Zeit von 1687 bis 1702 wurde die damals barocke Gartenanlage angelegt.

Schloss Herten. Foto:RVR
Foto: RVR
(Herten, 562020-017)

 In der 1725 gebauten Orangerie, die mittlerweile zu einer Ruine verfallen ist, wurden höfisch Feste gefeiert, Orangen- und Zierbäume aufgezogen und sie bot Platz für eine der schönsten Kameliensammlungen. Eine entscheidende Änderung erhielt der Park durch die Gestaltung des Düsseldorfer Hofgärtners Professor Maximilian Friedrich Weyhe in den Jahren 1814-1817. Es fand eine Umwandlung der barocken Gartenanlage in einen Landschaftspark nach englischem Vorbild statt.

Unter gartendenkmalpflegerischen Aspekten ist die Bedeutung des Hertener Schlossparks als herausragend einzustufen. Er ist der einzige Park im gesamten Ruhrgebiet, in dem zum einen die ursprünglich barocken Strukturen noch weitgehend erhalten sind und zum anderen die Entwicklung vom formalen Park des Barock hin zum englischen Landschaftsgarten deutlich ablesbar ist. So lassen sich im Schlosspark Herten immer wieder die malerisch fließenden Strukturen von Weyhe neben den Merkmalen der barocken Gestaltung ablesen. Im Zusammenhang mit dem Schloss und seinen spätgotischen Merkmalen bildet die gesamte Anlage ein historisches Szenario. Charakterisiert wird der Park durch die noch heute erkennbaren sternförmigen Alleen. Auch die mit den Alleen verbundenen Plätze sind noch vorhanden.

Eine weitere Besonderheit ist die botanische Vielfalt des Schlossparks. Der große Teil der Bäume aus der Zeit des Landschaftsgartens sind erhalten geblieben. Anfang April findet sich auf der Narzissenwiese ein Blütenmeer aus ca. 500.000 Narzissen. Aus der diplomatischen Tätigkeit der gräflichen Familie wurden immer wieder dendrologisch wertvolle und zum Teil exotische Gehölze in den Schlosspark Herten eingeführt. Ein Beispiel ist der über 125 Jahre alte Taschentuchbaum der erst 1869 in den Gebirgen Westchinas entdeckt wurde. Somit zählt er zu den ältesten seiner Art in Europa. Die Sternmagnolie vor dem Schloss gehört zu einer der ältesten Westfalens.

Nachdem 1920 die Adelsfamilie von Nesselrode von Herten an die Sieg gezogen war, wurde der Park nur noch für besondere Feste und Prozessionen geöffnet. Für die Natur und die Tiere waren es hinter den Mauern erholsame Jahre. Der Park verwilderte, aber auch das Schloss und die Orangerie verfielen mit der Zeit. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe in Münster erwarb 1974 die Schlossanlage. Seitdem ist der Schlosspark für die Öffentlichkeit freigegeben. Heute ist der Park im Eigentum der Stadt Herten, die bereits seit 1974 für die Unterhaltung der Parkflächen zuständig ist.

Zur Sicherung und Optimierung der denkmalgeschützten Anlage wurde 2006/2007 ein Parkpflegewerk für den Schlosspark Herten erarbeitet. Im Rahmen des Parkpflegewerks sind Gestaltungsmaßnahmen geplant, die die historischen Qualitäten und Schichten herausarbeiten und neu in Szene setzen. Ein weiterer, wesentlicher Bestandteil des Maßnahmenpaketes ist die Instandsetzungspflege der Vegetationsstrukturen sowie die anschließende laufende Pflege zur dauerhaften Sicherung der historischen Strukturen. Aus denkmalpflegerischer Sicht ist die behutsame Freilegung der noch vorhandenen barocken Strukturen, insbesondere in Hinsicht auf Wegeführung, Sichtachsen und besondere Elemente wie Plätze und Pflanzbeete, ebenso bedeutsam wie die Sicherung der Orangerie.

Das im Parkpflegewerk erarbeitete Entwicklungs- und Pflegekonzept hat nicht die Wiederherstellung der Anlage entsprechend ihrem ursprünglichen Zustand zum Ziel, sondern den Erhalt der noch vorhandenen historischen Strukturen unterschiedlicher Epochen als authentische Zeugnisse der unverwechselbaren Geschichte des Hertener Schlossparks. Mit der Umsetzung der Maßnahmen wurde Ende 2007 begonnen. Das Projekt wird mit Mitteln des Landes NRW und der Europäischen Union finanziert. Die Fertigstellung ist für das Frühjahr 2010 geplant.
Im Zusammenhang mit dem industriell geprägten Landschaftspark Hoheward bietet der Schlosspark Herten die Möglichkeit, unterschiedliche Formen und Konzepte und damit beispielhaft Ausschnitte der Historie von Parkentwicklungen sichtbar zu machen. Auf einer Achse vom Schlosspark - Schlosswald - Ewald - Landschaftspark Hoheward werden die Stufen unterschiedlicher Parklandschaften und Landschaftsgestaltungen aus 300 Jahren Landschaftsarchitektur ablesbar gemacht.
Auf den Wiesen und im Schlosshof finden alljährlich mit dem Kunst- und Handwerkermarkt attraktive Veranstaltungen statt. Innerhalb des Schlosses werden regelmäßig Konzerte und Lesungen veranstaltet. Wer sich nach einem ausgedehnten Spaziergang stärken möchte, wird zu Cafe und Kuchen ins Schlosscafé eingeladen.
 
Aktueller Projektstand:
Realisiert
 
Planungsverfahren: 1974-1976: Realsierung von Sanierungsmaßnahmen. 2002-2003: Sanierung der Schlossteiche (Bergschäden). 2004-2005: Erstellung eines Parkpflegewerks. 2006-2008: Durchführung von Investivmaßnahmen zur Erreichung der im Parkpflegewerk formulierten Ziele.
 
Kosten: 2,0 Mio DM (1974 - 1976)
 

Entwurf / Planung:
Landschaftsarchitekt Achim Röthig
Haan

Narzissenblüte im Schlosspark Herten. Foto: RVR
Sternmagnolie im Schlosspark Herten. Foto: RVR
Der Schlosspark Herten von oben. Foto: RVR

Lage in der
Metropole Ruhr

Kontakt & Info

Im Schloßpark
45699 Herten

Weitere Informationen

Projektträger:
Stadt Herten
Kurt-Schumacher-Straße 2
45699 Herten

Ansprechpartner
Stadt Herten
Frau Ilka Koelsch
Telefon: 02366/303-337


Links
Stadt Herten
Ruhr-Guide
Regionalverband Ruhr

Anfahrt & Lageplan

Adresse

Im Schloßpark
45699 Herten