Ein Projekt von

Naturerlebnisorte in der Metropole Ruhr

Ort

Zeche Ewald, Doppelbockförderturm

Herten

Das Gelände und die Gebäude der im Jahre 2000 geschlossenen Zeche haben den Strukturwandel wie er überall im Ruhrgebiet stattfindet vollzogen und sich als Standort sowohl für Unternehmen als auch für Freizeitangebote etabliert.

Zeche Ewald bei der Extraschicht. Foto: Stadt Herten
Foto: Stadt Herten

Zur Historie

125 Jahre förderte das Bergwerk Ewald, seit 1989 im Verbund mit dem Bergwerk Schlägel & Eisen, ebenfalls in Herten, später mit dem Bergwerk Hugo in Gelsenkirchen-Buer bis zur Stilllegung im Jahr 2000. Historischer Mittelpunkt der Schachtanlage ist ein Malakowturm von 1875. Als Wilhelm Hagedorn, Hugo Honigmann und Ewald Hilger - von ihm erhielten Gewerkschaft und Zeche ihren Namen - ab 1872 den ersten Schacht abteufen ließen, waren Fördergerüste in Stahlkonstruktion noch eine Seltenheit im Revier. Auch in der zweiten großen Gründungsphase des Ruhrbergbaus wurden noch vorwiegend Malakowtürme errichtet. Aber sie bekamen bereits ergänzende Stahlkonstruktionen, die den Fördergerüsten glichen. Das gilt auch für den Malakowturm auf Ewald, dessen Seilscheibenbühne und Abstrebungen ebenfalls aus Stahl gebaut sind. Die massiven Mauern der Türme boten den Unternehmern die Möglichkeit, wirtschaftliche Potenz architektonisch zum Ausdruck zu bringen.

In den Anfangsjahren hatte die Zeche mit großen Problemen zu kämpfen: Absatzschwierigkeiten infolge der nach 1873 einsetzenden Rezession, Gebirgsstörungen und Wassereinbrüche hemmten die Entwicklung. Deshalb sprach man damals im Volksmund bald von "Zeche Elend". Wie vielen anderen Zechen im Ruhrgebiet zu dieser Zeit machte auch der Gewerkschaft Ewald der Mangel an Arbeitskräften zu schaffen. Sie führte deshalb in Schlesien, Nordböhmen und im Erzgebirge mehrere Anwerbungskampagnen durch. Für die Zuwanderer und ihre Familien baute sie in der Nähe der Schachtanlage Bergarbeitersiedlungen, von denen die erste 1874 an der heutigen Elisabeth- und Sophienstraße entstand. Nach Überwindung der ersten schwierigen Anfangsjahre nahm 1892 ein zweiter Schacht die Förderung auf. 1954 erhielt die Zeche den neuen Zentralförderschacht 7, in dem bis zur Stilllegung die gesamte Förderung gehoben wurde.

Zeche Ewald heute

Zahlreiche ältere Bauwerke auf dem Zechengelände sind heute noch erhalten, u.a. der Malakowturm, das um 1900 entstandene Verwaltungsgebäude neben der Einfahrt sowie das gegenüberliegende, in neoklassizistischer Form gehaltene, Büro- und Kauengebäude aus der ersten Hälfte der 1920er Jahre.

Diese stadtteilprägenden und denkmalgeschützten Gebäudekomplexe an der Ewaldstraße bilden zusammen mit weiteren Bestandsgebäuden und besonders mit den Fördergerüsten der Schächte 2 und 7 eine Ausgangssituation, an die das zukünftige Nutzungskonzept anknüpft, das gemeinsam von der Stadt Herten und der RAG Montan Immobilien GmbH entwickelt wurde. Das städtebauliche Konzept "Landschichten" des italienischen Städtebauers Cino Zucci gliedert das "Projekt-Ewald" in sieben Schichten. Ein Regenwasserkanal, ein Valley aus Bäumen sowie eine großzügige Promenade strukturieren die Anlage, die dem historischen Gebäudebestand neue Gewerbe- und Bürokomplexe gegenüberstellt. Durch das Element Wasser wird das besondere Profil des Standortes weiter ausgeprägt.

Im Technologiezentrum der Stadt entsteht ein für den Zukunftsstandort Ewald prägendes Projekt: Das Wasserstoff-Kompetenz-Zentrum Herten (H2H). Hier sollen von der Wasserstofferzeugung über die Logistik bis hin zur Anwendung alle Stufen einer möglichen Wasserstoffwirtschaft entwickelt und erprobt werden. Den Schwerpunkt der Erzeugung bildet die Gewinnung des Gases aus dem erneuerbaren Energieträger "Biomasse" im "Blauen Turm". Ausgehend vom "Blauen Turm" sollen sich weitere Firmen der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie auf dem Gelände ansiedeln.

Inzwischen haben sich mit dem "RevuePalast" in der ehemaligen Heizzentrale, einer Eventlocation in der Maschinenhalle Süd, einer Kochwerkstatt sowie dem Tourismusbüro Herten in der ehemaligen Lohn- und Lichthalle bereits mehrere touristische Nutzungen in den ehemaligen Zechengebäuden etabliert. Standort eines künftigen Besucherzentrums ist das ehemalige nördliche Fördermaschinenhaus von Schacht 7. Es gehört mit dem südlichen Maschinenhaus, der Schachthalle und dem Doppelbockfördertum zu einem vom Zollverein-Architekten Schupp entworfenen Ensemble.

ÖPNV
Von Wanne-Eickel Hbf oder Herten Mitte mit Bus SB27 bis "Bergwerk Ewald 1/2"

METROPOLRADRUHR

Nächster Standort: Künstlerzeche Unser Fritz, Herne, 4,0 km,
19 Min.; Wanne-Eickel Hbf. (S2/RE2/RE3/RB42/RB43/RB46), 5,7 km, 28 Min.

Lage in der
Metropole Ruhr

Kontakt & Info

Werner-Heisenberg-Straße 14
45699 Herten

Weitere Informationen

Die Halden Hoheward und Hoppenbruch, die historische Zeche Ewald und der Stadtteilpark Recklinghausen-Hochlarmark bilden zusammen den Landschaftspark Hoheward.
 

 

Die Route Industriekultur ist ein Rundkurs durch die Metropole Ruhr und führt zu den Zeugen der industriegeschichtlichen Vergangenheit der Region. Träger der Route ist der Regionalverband Ruhr. ...mehr

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